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Maschinelle Übersetzung (MÜ), oder genauer gesagt regelbasierte Maschinelle Übersetzung (RBMÜ)[1] bezeichnet die Analyse eines Textes anhand linguistischer Regeln und die Übersetzung in eine andere Sprache mit Hilfe eines komplexen Computerprogramms.

Die Wort-für-Wort-Übersetzung ist die einfachste Form der MÜ, bei der mit Hilfe einer morphologischen Analyse die Grundform eines jeden Wortes ermittelt wird (auch Lemmatisierung genannt). Diese Grundform wird dann in einem maschinellen Wörterbuch nachgeschlagen und im Text das entsprechende Zielwort eingefügt. Das Übersetzungsergebnis ist meist nicht zu verwenden, da es reinem Wörterbuchnachschlagen. entspricht

Bei der transferbasierten Übersetzung wird nach der Lemmatisierung die syntaktische Struktur des Ausgangssatzes analysiert und der analysierte Satzinhalt in einer symbolischen und weitestgehend sprachneutralen Zwischenform gespeichert, von der aus dann der zielsprachliche Satz anhand linguistischer Regeln generiert wird. Das Übersetzungsergebnis kann bei Texten mit einfacher syntaktischer Struktur und gut vorbereitetem maschinellen Wörterbuch zufrieden stellend sein.

Als Ziel gilt es, ein MÜ-System zu entwickeln, bei dem der Inhalt des Ausgangstextes verlustfrei und korrekt in eine Interlingua überführt wird, von der aus alle gewünschten und verfügbaren zielsprachlichen Sätze verlustfrei und korrekt generiert werden können. Das Übersetzungsergebnis sollte bei Texten, die sich nicht einer zu bildhaften Sprache bedienen (wie z. B. Marketingtexte), zufrieden stellend sein.

MÜ-Dreieck

Die Qualität eines MÜ-Systems hängt stark von den im maschinellen Wörterbuch des Systems eingegebenen Informationen ab. Alle linguistischen Analysestufen (morphologisch, syntaktisch, semantisch) benötigen aus dem Wörterbuch umfangreiche linguistische Informationen, die dem System eine möglichst eindeutige Analyse des Ausgangssatzes und seiner Wörter ermöglichen. Oft sind aber Mehrdeutigkeiten ohne richtiges Textverständnis, Fachwissen und Weltwissen selbst für einen menschlichen Übersetzer nicht auflösbar, so dass es immer wieder zu fehlerhaften Übersetzungsergebnissen kommt, die bei der Nachbearbeitung (Post-Editing) korrigiert werden müssen.


[1] Im Gegensatz dazu gibt es noch den Ansatz der statistischen maschinellen Übersetzung (SMÜ), bei der mithilfe großer bilingualer Textkorpora statistisch ermittelte Wortkorrelationen für die Ermittlung von Übersetzungen herangezogen werden.